Rolle in der Werkstatt
Die Fitness- und Prüfschicht der Werkstatt — sie trennt den Vorschlag eines Agenten von der Entscheidung über seine Übernahme.
Ich trenne Erzeugung, Messung und Entscheidung. evolab prüft messbare Änderungen mit Lighthouse; ein Fresh-Eyes Quorum prüft qualitative Entscheidungen mit mehreren unabhängigen Blickwinkeln. In beiden Fällen gilt: Der Agent, der eine Variante baut, ist nicht zugleich ihr einziger Richter.
evolab für Messwerte · Fresh Eyes für begründete Urteile.
Die Leitidee: Eine plausible Erklärung ist noch kein Fortschritt. Erst Messwerte, Nachweise und vorher festgelegte Regeln machen eine Entscheidung nachvollziehbar.
Privates Repository. Mechanik und Ergebnisse sind hier öffentlich dokumentiert — der Code bleibt geschlossen, ein Walkthrough ist auf Anfrage möglich.
Zuletzt aktualisiert:
Codex baut eine begrenzte Variante.
Werkzeuge liefern Werte und Nachweise.
Eine feste Regel behält, verwirft oder eskaliert.
Jetzt prüfbar
Hier zeige ich zwei Wege zur belastbareren Entscheidung: externe Messwerte für objektive Ziele und unabhängige Reviews für qualitative Fragen.
Die Fitness- und Prüfschicht der Werkstatt — sie trennt den Vorschlag eines Agenten von der Entscheidung über seine Übernahme.
Übertragbar sind No-Regress-Regeln, Messungen gegen eine frische Baseline, belegte Reviewer-Stimmen und eine konservative Eskalation.
Ein dokumentierter Lighthouse-Loop mit akzeptierten und verworfenen Mutationen sowie acht geprüfte Quorum-Fälle.
Kein Auto-Deploy, keine produktive Verbindung beider Systeme und keine Behauptung, dass mehrere Agenten automatisch unabhängige Urteile liefern.
Sprachmodelle können ihren eigenen Output erklären und verteidigen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die erzeugte Änderung besser ist. Deshalb darf der Erzeuger Vorschläge machen, aber nicht allein über ihren Erfolg urteilen.
Bei messbaren Zielen übernimmt evolab diese Trennung: Codex verändert eine Oberfläche, Lighthouse misst Leistung und Barrierefreiheit, und eine feste Regel vergleicht den Kandidaten mit dem besten bekannten Stand.
Bei Architektur, Sicherheit oder Freigaben reicht eine einzelne Zahl häufig nicht. Dann verlangt das Fresh-Eyes Quorum mehrere eindeutige Reviewer, Nachweise und tatsächlich unterschiedliche Perspektiven. Uneindeutige Fälle werden nicht künstlich entschieden, sondern eskaliert.
evolab kann nur den vorhandenen Stand messen, eine einzelne Annahme prüfen oder mehrere Varianten nacheinander vergleichen. Die drei Betriebsarten bauen bewusst aufeinander auf.
Aktive Betriebsart
Der Kern ist eine wiederholte Prüfschleife. Codex erzeugt eine begrenzte Variante, Lighthouse misst sie, und eine vorher festgelegte Regel entscheidet, ob sie bleibt.
Die Selektion ist hart: Eine Mutation muss mindestens eine Metrik echt verbessern und darf zugleich keine andere unter die Toleranz drücken. Wähle ein Szenario, um zu sehen, wie entschieden wird.
a11y regrediert (98→93) — eine gehaltene Performance rettet das nicht. Genau der reale loop-short-Iter-2.
Die Zahlen stammen aus echten Läufen gegen das DCO-Dashboard, nicht aus einer Demo. Inklusive der Schritte, die verworfen wurden — die machen die Disziplin erst sichtbar.
Stand 06/2026Quelle Lighthouse CI, DCO-DashboardScope Overnight-Lauf; 39→91-Variante verworfen
3 akzeptierte Mutationen über 10 Iterationen — 4 Codex-Timeouts ehrlich mitgezählt. a11y stieg dabei von 98 auf 100. Der Overnight-Lauf erreichte mit 5 konservativen Mutationen 39→90; eine riskantere Minify-Variante (39→91) blieb bewusst außen vor, weil sie ungeprüftes Verhalten löscht. Stand 06/2026.
Im loop-short-Lauf wurden zwei Mutationen verworfen: eine, weil sie Accessibility opferte (98→93), eine, weil sie Performance kostete (85→84). Und im fresh-Lauf scheiterten zwei Kandidaten mit Performance 86 an der Jitter-Toleranz — 86 lag nicht weit genug über dem Bestwert 85, um als echter Fortschritt statt Messrauschen zu zählen.
Stand 06/2026Quelle evolab report.json (loop-short- und fresh-Lauf)
Das Fresh-Eyes Quorum ist eine isolierte Entscheidungsregel: Stimmen werden nach Reviewer dedupliziert, Nachweise geprüft und Perspektiven verglichen. Probiere aus, wann es annimmt, ablehnt oder an einen Menschen weitergibt.
Wähle einen Fall. Die Regel zählt nicht nur Stimmen, sondern prüft Herkunft, Nachweise und unterschiedliche Blickwinkel.
Spec
Nachweis vorhanden
Sicherheit
Nachweis vorhanden
Entscheidung
Zwei eindeutige Reviewer stimmen mit Nachweisen aus unterschiedlichen Perspektiven zu.
Der aktuelle Proof-of-Concept bleibt bewusst klein: reine Python-Logik, keine Datenbank, kein Netzwerk und keine produktiven Schreibrechte. Acht dokumentierte Testfälle prüfen unter anderem doppelte Reviewer, fehlende Nachweise, gleiche Perspektiven und Widersprüche.
Messung und Review lösen nicht jedes Risiko. Sie begrenzen die Entscheidung so, dass Rückschritte, Rauschen und Widersprüche sichtbar bleiben.
Codex darf nur Dateien aus einer Allowlist anfassen — ein Diff, der ausschert, wird verworfen, bevor er überhaupt gemessen wird.
Die Selektion rechnet mit Messrauschen: tol = max(1, jitter). Eine Mutation muss über das Rauschen hinaus verbessern, nicht nur knapp darüber.
Fehlen Nachweise, unterschiedliche Perspektiven oder ein klares Urteil, übernimmt das Quorum die Entscheidung nicht selbst.
Output sind nur Reports und ein best-ref zum menschlichen Review — die Maschine schreibt nichts ins Ziel-Repo.
Die eigentliche Ausbeute ist nicht der Lighthouse-Optimierer, sondern das Prinzip dahinter — übertragbar auf jeden Agenten, der sich selbst verbessern soll.
Lighthouse misst, nicht der Agent. Der Vorschlag und das Urteil bleiben bewusst getrennt.
Eine einzelne Kennzahl zu optimieren kann andere Qualitäten beschädigen. Die Regel gegen Rückschritte hält dagegen.
Mehrere Stimmen helfen nur, wenn ihre Nachweise und Perspektiven nicht denselben blinden Fleck wiederholen.
Lighthouse ist nur ein mögliches Signal, ein Quorum nur eine mögliche Review-Regel. Wenn du an einem ähnlichen System arbeitest, können wir die Grenze zwischen Messwert, Urteil und menschlicher Übernahme gemeinsam einordnen.